2017-11-04

November 2017

Die Farbe im Cockpit geht ab
2017-11-04 Das Hausbootprojekt, das ich eigentlich um diese Zeit machen sollte, verzögert sich immer weiter und so haben wir Zeit ein anderes Projekt umzusetzen – das Deck unserer YabYum muß wieder mal gestrichen werden. Die Farbe ist teilweise schon über 10 Jahre drauf, ist auch schon einige Male ausgebessert, und beginnt sich zu lösen. Überall findet man Sprünge und Risse in der Farbe und teilweise kann man ganze Ecken einfach mit dem Fingernagel wegbrechen. Dementsprechend schaut unser Deck auch aus, ein Fleckerlteppich aus Farbe und Bereichen wo die Farbe schon abgesplittert ist.
„Das Deck streichen“ - das klingt nach nicht viel, ist aber eine Heidenarbeit – vielleicht auch ein Grund warum wir es schon so lange vor uns herschieben. Aber diesmal haben wir uns ein Herz genommen und haben uns in die Arbeit gestürzt.
Wir sind jetzt seit einer Woche dran, aber an malen ist noch nicht zu denken - wir sind immer noch dabei die alte Farbe zu entfernen, die Hälfte haben wir bisher etwa geschafft. Und nur weil die Farbe an einer Stelle abplatzt, braucht man nicht zu hoffen, daß sie nicht 3cm weiter noch immer bombenfest hält. Anfangen tut man da mit der Spachtel, damit wird alles was man als lose Farbe findet weggekratzt und die abgeplatzten Stellen werden so gut es geht vergrößert. Der ganze Rest – etwa 95% der Fläche – geht leider nicht so einfach ab.
Das Cockpitdack ist schon fast blankUm den Staub beim Abschleifen auf ein Minimum zu beschränken, arbeiten wir mit einem Farbentferner, der bei Berührung mit der Haut sofort mittelgroße Brandblasen bildet - wahrscheinlich steht das Zeug auf der Liste illegaler chemischer Kampfstoffe. Normale Farbe läuft bei diesem Teufelszeug sofort schreiend davon, aber die Polyurethan-Epoxyfarbe auf unserem Deck ist nicht so leicht zu beeindrucken. Das ist eine extrem harte, glatte und haltbare Farbe, also genau das, was man auf einem Boot so braucht, aber das Zeug wieder runterzubekommen ist eine echte Qual.
Jetzt schleifen wir mit dem Winkelschleifer die oberste Schicht der Farbe weg, darunter ist es nicht mehr ganz so hart und wir können mit dem Farbentferner weitermachen. Das Schleifen fabriziert natürlich jede Menge Staub und unsere YabYum schaut jeden Tag aus, als ob gerade ein Staubsturm über sie hinweggezogen wäre – das macht das Leben an Bord auch nicht einfacher.
Um überhaupt überall hinzukommen, muß man auch noch alles was irgndwie möglich ist abmontieren, Kabeldurchführungen, Beschläge, Winschen, ….. alles muß weg!
Ihr seht schon, es wird uns gerade nicht langweilig.

Schweißen an Deck
2017-11-07 Nachdem die Farbe ja quasi schon aus dem Weg ist (oder zumindest noch weg kommt), wollen wir die Gelegenheit nutzen und ein paar Kleinigkeiten am Schiff schweißen lassen. Ungenutzte Kabeldurchführungen, Befestigungslöcher die keiner mehr braucht, die alten Ketteneinlässe, …... man sammelt über die Jahre so einiges an, was man schnell mal zuklebt und hofft, daß es bis zum nächsten Schweißen dicht hält.
Also hatten wir mit Ritesch – unserm Haus- und Hofschweißer hier in SavuSavu – für gestern früh was ausgeredet. Wir haben auch in aller Früh das Schiff ganz vorne an den Steg gelegt (damit das Verlängerungskabel reicht) und alles so gut es geht hergerichtet.
Dann hat Ritesch angerufen – er kommt erst gegen Mittag, sein Chef ist mit dem Auto unterwegs und ohne ist es halt schwierig das schwere Schweißgerät und die noch schwerere Gasflasche zu transportieren. Zu Mittag war er auch da, aber nur um uns nochmals zu vertrösten, der Gasflaschenmensch ist weggefahren und kommt erst gegen 3 Uhr zurück, also haben wir kein Gas und damit hieß es weiter warten.
Um 3 Uhr hatten wir endlich alles, den Schweißer, das Auto und auch die Gasflasche und wir dachten schon, jetzt geht es los. Aber dann fing es natürlich an zu regnen! Erst dachten wir noch, es hört sicher gleich wieder auf und haben einmal einen schönen Tee getrunken. Nach der dritten Tasse bei strömendem Regen wurde uns aber klar, daß es an diesem Tage wohl nix werden wird mit dem Schweißen. Naja, was solls, morgen ist auch noch ein Tag, mal schauen was da wieder alles schief läuft :)
Heute hat alles ein bisschen besser funktioniert, Ritesch hat zwar wieder 2 Stunden Verspätung aufgerissen, weil das Auto wieder weg war, aber um 9 Uhr konnten wir endlich loslegen. Damit die Sache nicht zu einfach wird hatten wir natürlich noch ein paar kleine Probleme wie einen halbstündigen Stromaufall im ganzen Dorf, zuviel Wind der immer das Argon verblasen hat und natürlich eine knifflige Schweißstelle. Aber um halb fünf waren wir endlich soweit und unsere YabYum hat einen Haufen unnötiger Löcher weniger – und das freut uns doch sehr.


2017-10-08

Oktober 2017

2017-10-07 Unser 4 Wochen Trip ist um und wir sind wieder zurück in SavuSavu. Die letzten Tage der Rückfahrt waren noch etwas anstrengend, 15 bis 20 Knoten genau auf die Nase sind zwar noch nicht direkt gefährlich, Spaß macht es aber auch nicht, wenn man den ganzen Tag durchgeschüttelt wird. Einen Tag hatten wir sogar 20 bis 25 Knoten und wir haben es uns in der Bua Bay vor Anker gemütlich gemacht, wir hatten ja noch etwas Zeit und keinen Streß.
Alles in Allem gesehen war es kein schlechter Trip, wir haben keine Riffe gerammt und haben auch kein wirklich schlechtes Wetter bekommen. Die Defekt-Liste war überschaubar und es waren auch nur solche Sachen kaputt, die wir selber reparieren konnten. Wir haben 14 für uns neue Ankerplätze besucht und überall nette Leute kennengelernt.
Auf der Kontra Seite ist vielleicht der Wind zu nennen – an der Nordküste ist man im Lee der Insel und da hat es natürlich jede Menge Verwirbelungen, Ablenkungen und Abdeckungen. So kommt der Wind mitunter alle paar Minuten aus einer anderen Richtung und oft genug ist er einfach ganz weg - das macht das Segeln auch nicht einfacher.
Zurück in SavuSavu freuen wir uns wieder über ein bisschen mehr Zivilisation (die Nordküste ist mitunter schon sehr einsam), frische Lebensmittel, schnelles Internet, …. aber vor allem eine heiße Dusche mit vieeeel Süßwasser!






In der Planungsphase
2017-10-21 Die Baustelle, mit der ich eigentlich für Oktober gerechnet habe, verzögert sich etwas – die Tischler sind immer noch nicht fertig – und so haben wir Zeit an unserer YabYum ein wenig rumzubasteln. Diesmal war der Kettenkasten an der Reihe - für alle Nichtsegler, das ist der Platz, an dem die Ankerkette wohnt, wenn man gerade nicht vor Anker liegt.
Für die letzten 10 Jahre haben wir als Kettenkasten einen starken Sack aus Segeltuch verwendet und das hat eigentlich sehr gut funktioniert. Wir waren immer wieder erstaunt, wie lange der Sack die Belastung der Kette - und die wiegt ja immerhin um die 180kg – standgehalten hat, aber in letzter Zeit sind dann doch immer mehr Nähte geplatzt und auch das Segeltuch hatte immer mehr Scheuerstellen.
Einen neuen Sack können wir hier in SavuSavu leider nicht nähen, erstens gibt es hier kein passendes Segeltuch und zweitens braucht man dazu eine Segelmacher-Nähmaschine mit langem Arm und die gibt es hier natürlich nicht. Also macht man einfach einen neuen Plan um das Problem zu lösen, in unserem Fall war die Idee einen alten Wassertank aus GFK zum Ankerkasten umzubauen.
Der Wasserabfluß wird einlaminiert
Der Wassertank hat sich aus zwei Gründen angeboten, erstens haben wir ihn nicht mehr als Wassertank genutzt, da wir den Geschmack des GFKs nie ganz rausbekommen haben und zweitens hatte er in etwa schon die richtige Form. Die Form ist bei einem Ankerkasten nämlich sehr wichtig, im Idealfall sehr hoch und schlank, dann staut sich die Kette schön von selbst. Natürlich war trotzdem einiges zu tun, der ganze Kasten wurde zuerst um 15cm verlängert, mit Aufhängungen versehen und eine Entwässerung haben wir auch einlaminiert.
Montiert haben wir das Ganze mit einem Spanngurt und ein paar Leinen, druntergebaut haben wir noch einen Auffangbehälter für das Wasser und eine Bilgenpumpe und soweit sind wir zufrieden mit dem neuen Kettenkasten. Jetzt muß sich das Ganze nur noch in der Praxis bewähren.